„Individualisierung ist längst mehr als ein Trend – sie ist ein zentrales Qualitätsmerkmal“, ist David Hotsyridze überzeugt. Bräute wünschen sich heute Kleider, die nicht nur perfekt passen, sondern ihre Persönlichkeit widerspiegeln und ihre eigene Geschichte erzählen. Das Brautmodenlabel Monica Loretti hat diesen Anspruch früh erkannt und Individualisierung fest in seiner Marken-DNA verankert: Von maßgenauer Fertigung über flexible Designanpassungen bis hin zu einem transparenten, digitalen Produktionsprozess setzt das Unternehmen neue Standards in der Zusammenarbeit mit Fachhändlern und Bräuten.
Wie haben sich die Individualisierungs-Optionen bei Monica Loretti entwickelt?
„In den vergangenen Jahren haben wir eine deutliche Verschiebung hin zu stark personalisierten Brautkleidern beobachtet. Unser Ziel war es, diesen komplexen Weg zu vereinfachen – sowohl durch die Optimierung individueller Bestellungen über unser Verkaufsportal als auch durch eine klarere Kommunikation der kreativen Möglichkeiten an unsere Partnergeschäfte und die Bräute selbst. Anfangs war Individualisierung nur ausgewählten Styles und Marken vorbehalten. Nachdem wir jedoch unsere Systeme perfektioniert und jeden Produktionsschritt optimiert haben, können wir diese Möglichkeit allen unseren KundInnen anbieten.“
Was motiviert Sie, Maßanfertigung in den Mittelpunkt Ihrer Markenphilosophie zu stellen?
„Was mich persönlich motiviert, ist die enorme Stärke unserer Produktion. Wir verfügen über eine eigene Spitzenproduktion und ein großes, hochqualifiziertes Designteam. Besonders stolz bin ich darauf, dass unsere DesignerInnen direkt in den Individualisierungsprozess eingebunden sind. Dank ihrer umfangreichen Expertise geben sie professionelle Empfehlungen, wie gewünschte Änderungen am besten umgesetzt werden können. Dieser kollaborative Ansatz verleiht jedem Brautkleid das Prestige und die Qualität eines High-End-Ateliers.“
Was heißt das für den Handel?
„Die Brautmodengeschäften können die Braut aktiv in den kreativen Entstehungsprozess einbeziehen. Dadurch entsteht ein unvergessliches Kundenerlebnis, bei dem sich die Braut wirklich gesehen und empowered fühlt.
Individualisierung steht im Zentrum unserer Marke, weil sie weit mehr ist als ein Service – sie ist ein klarer Wettbewerbsvorteil. Wir sehen darin einen essenziellen Bestandteil unserer Identität und möchten diese Geschichte mit KundInnen auf der ganzen Welt teilen.“
Welche technischen Herausforderungen gab es bei der Einführung des Individualisierungsprozesses?
„Die größte Herausforderung lag weniger in der technischen Umsetzung des Verkaufsportals als vielmehr in einer klaren und effizienten Kommunikation. Bereits wenige Millimeter Unterschied in einer Anmerkung können entscheidend sein. Berücksichtigt man zusätzlich die Vielzahl an Sprachen, Ländern, Maßsystemen und individuellen Wünschen, wird deutlich, wie wichtig es ist, dass jede Anmerkung detailliert beschrieben und vor allem korrekt interpretiert wird. Es ist ein sehr aufwendiger Prozess, bei dem unsere ManagerInnen als interkulturelle Schnittstelle zwischen Braut, Boutique, Design und Produktion agieren. Dies erfordert ein enormes Maß an Verantwortung, denn wir tragen nicht nur für jede Naht Verantwortung, sondern auch dafür, dass der Traum der Braut perfekt umgesetzt wird.“
Welche Individualisierungen sind besonders gefragt?
„Am häufigsten wünschen sich Bräute Änderungen am Schnitt des Kleides – zum Beispiel das Hinzufügen oder Entfernen eines Schlitzes, Knöpfe entlang des gesamten Rückens, Anpassungen an den Ärmeln, einen höheren Ausschnitt, einen bedeckten Rücken oder eine Glitzerschicht unter dem Tüll. Das sind die klassischen Anpassungen.“
Gibt es auch Anfragen, die Sie überraschen?
„Ehrlich gesagt ist es mittlerweile gar nicht mehr so leicht, uns mit einfachen Änderungen zu überraschen! Ärmelanpassungen, zusätzliche Lagen oder personalisierte Stickereien gehören längst zu unserem Alltag. Eine besonders spannende Anfrage war jedoch ein individuell gestalteter Schleier mit Spitze im irischen Stil, bestickt mit Narzissen und Kleeblättern. Genau diese persönlichen Details machen unsere Arbeit so erfüllend!“
Haben Sie noch weitere Beispiele?
„Ja, eine Braut wollte Elemente aus drei verschiedenen Kleidern kombinieren, um ein vollkommen einzigartiges Design zu kreieren. Wir unterstützen jede kreative Idee, mehr noch: Wir lassen uns davon inspirieren. So haben wir beispielsweise festgestellt, dass unsere amerikanischen PartnerInnen immer wieder eine bestimmte Ausschnittform anfragten. Nach Auswertung dieses Feedbacks wurde das Modell in der nächsten Kollektion entsprechend angepasst – mit großem Erfolg. Ähnlich verhielt es sich mit einem weiteren Wunsch, der direkt aus der Praxis in unsere Kollektion eingeflossen ist: Viele Bräute aus West- und Nordeuropa baten gezielt um ivoryfarbenes Mesh unter der Spitze, da es auf hellen Hauttönen harmonischer wirkt. Heute ist diese Option fester Bestandteil unserer neuen Kollektionen.“
Welchen Stellenwert hat die Individualisierung bei Monica Loretti jetzt erreicht?
„Für uns ist Individualisierung ein wertvolles Instrument für den direkten Dialog mit Bräuten. Wir analysieren ihre Wünsche und lassen diese Erkenntnisse in neue Kollektionen einfließen. Es ist eine echte Symbiose aus handwerklicher Expertise und Brautträumen.“
Transparenz spielt in Ihrem Produktionsprozess eine wichtige Rolle. Wie sind die Reaktionen darauf?
„Bräuten und HändlerInnen reagieren durchweg positiv. Die Möglichkeit, digitale Vorschauen in unterschiedlichen Produktionsstadien zu sehen, schafft Vertrauen bei allen Beteiligten. Es ist, als würde man einen Blick hinter die Kulissen der Kleidentstehung werfen – inklusive der Möglichkeit, noch rechtzeitig Anpassungen vorzunehmen.“
Wie wirkt sich das auf die Kundenzufriedenheit aus?
„Für Bräute bedeutet das vor allem Sicherheit. Sie sehen, wie ihr Traumkleid Form annimmt und können frühzeitig kleine Änderungen anstoßen. Auch für die Boutiquen ist diese Transparenz enorm hilfreich, da sie Erwartungen besser steuern und klarer kommunizieren können. Wir sehen definitiv einen direkten Einfluss auf die Kundenzufriedenheit. Die frühe Visualisierung reduziert Unsicherheiten und stellt sicher, dass die Vision der Braut mit dem finalen Ergebnis übereinstimmt. Das ist ein echter Gamechanger für ein persönliches und kooperatives Erlebnis.“
Wie beeinflusst der Made-to-Measure-Ansatz Passform, Änderungsaufwand und Retouren?
„Individualanfertigungen machen derzeit etwa 30 Prozent unserer Bestellungen aus, aber wir schenken diesem Segment besondere Aufmerksamkeit. Uns ist bewusst, wie hoch das Risiko ist: Ein maßgefertigtes Kleid kann nicht einfach weiterverkauft werden. Deshalb sind die Boutiquen besonders sorgfältig bei der Bestellung und extrem engagiert, die Zufriedenheit der Braut sicherzustellen. Brautmodengeschäfte wissen natürlich auch sehr genau, dass sich das Gewicht vieler Bräute vor der Hochzeit durch Stress oder Vorbereitungen verändert.“
Was ist da Ihr Erfolgsrezept?
„Das lautet: maximale Kommunikation und höchste Präzision. Wir besprechen jedes Detail – von exakten Maßen bis hin zur Frage, ob Nahtzugaben für spätere Anpassungen eingeplant werden sollen. Diese enge Zusammenarbeit minimiert Retouren und sorgt für die perfekte Passform.“
Lässt sich der Mehrwert der Individualisierung messen?
„Der zeigt sich ganz klar in unseren Verkaufszahlen – Individualisierung ist ein äußerst gefragter Service. Außerdem beobachten wir es auf Social Media, wenn Bräute kommentieren: ‚Ich hatte dasselbe Kleid, extra für mich mit Ärmeln angefertigt.‘ Solche Beiträge erzielen eine hohe Interaktion und werden häufig geteilt. Auch unsere regionalen AgentInnen und Boutiquen wünschen sich vermehrt Content, der den Entstehungsprozess unserer Kleider zeigt. Das bestätigt uns, dass Individualisierung nicht nur Erinnerungen schafft, sondern auch die Markenpräsenz und emotionale Bindung stärkt.“
Wie wichtig ist die Zusammenarbeit mit den Shops?
„Die ist absolut zentral für den Erfolg unserer Individualisierungsstrategie. Unsere KundInnen sind nicht nur Geschäftspartner, sondern echte MarkenbotschafterInnen. Durch kontinuierliche Unterstützung, Flexibilität und Zuverlässigkeit bauen wir langfristige Beziehungen auf. In den Ländern, in denen wir tätig sind, verlieren wir kaum Partner – viele begleiten uns über Jahre hinweg und werden zu engen FreundInnen. Besonders auf Messen ist es immer wieder eine Freude, BoutiqueinhaberInnen persönlich zu treffen und Feedback zu erhalten.“
Wie unterstützen Sie den Handel?
„Neben den Individualisierungsoptionen auch mit schneller Lagerverfügbarkeit, exzellenter Passform und hochwertigem Service. Selbst kleine, aber wichtige Details sind für uns selbstverständlich – benötigt eine Boutique beispielsweise ein bestimmtes Spitzenfragment für Anpassungen im eigenen Atelier, stellen wir dieses gerne zur Verfügung.“