DIE UNABHÄNGIGE FACHZEITSCHRIFT FÜR HOCHZEITSMODE

Interview mit Rob Klaarenbeek, CEO von Brautmedia/Bruidmedia über die Zukunft der Hochzeits-Medien

Rob Klaarenbeek hat im Jahr 1982 als Investor und Geschäftspartner die Bruidmedia BV mitgegründet. Seit 1995 leitet er als CEO das Medienunternehmen, seit 2005 als alleiniger Inhaber. Zur Verlagsgruppe gehören die Magazine Braut & Bräutigam und Sposa Facts, diverse Websites und Social Media-Kanäle. Wir sprachen mit ihm über Optimismus und Technologieoffenheit.

Braut & Bräutigam Magazin feiert in diesem Jahr 40-jähriges Jubiläum. Wie haben sich die Geschäftsmodelle seit dem Start entwickelt?

Bruid & Bruidegom Magazine in den Niederlanden war im Jahr 1983 unsere erste Publikation. Die Internationalisierung unseres Unternehmens begann dann 1985. Bruidmedia ist derzeit in fünf europäischen Ländern aktiv, in denen jährlich etwa 550.000 Brautpaare heiraten. Im Laufe der vergangenen Jahrzehnte haben wir auch Sportzeitschriften veröffentlicht, das Magazin All you Need is Love produziert und personalisierte Hochzeitspapeterie entwickelt, hergestellt und verkauft. Zwischen 2007 und 2010 wurden all diese Nebentätigkeiten veräußert, und wir haben unsere Strategie ausschließlich auf die Erstellung von Medien für Hochzeitspaare ausgerichtet – international und multimedial. Bereits 1996 waren unsere Websites het.huwelijks.net und das.braut.net die ersten Online-Auftritte in unserer Branche. In den darauffolgenden Jahren hat sich die Online-Welt rasant verändert. Wir sind stolz auf unsere immer wieder upgedateten und modernen Portale www.bruidenbruidegom.nl und www.brautmagazin.de.“

Sie haben die Entwicklung zum Multimediahaus mit Plattformen wie www.brautmagazin.de und www.sposafacts.eu vorangetrieben. Was ist da Ihr Ansatz?

„Die Welt, in der Brautpaare heiraten, hat sich in alle erdenklichen Richtungen weiterentwickelt – durch die Vielfalt der Hochzeitsfeiern, die Individualisierung, die Entkirchlichung und vieles mehr. Als auf Hochzeiten spezialisiertes Medienunternehmen spiegeln wir die gesamte Gesellschaft in einem ganz besonderen Moment im Leben der Menschen wider. Gleichzeitig ermöglichen wir es angehenden Brautpaaren, ihren Hochzeitstag ganz nach ihren eigenen Vorstellungen und Wünschen zu gestalten. Daher entwickeln wir unsere Content-Strategie kontinuierlich weiter und setzen genau die Medienformate ein, die Brautpaare bei der Planung ihres großen Tages nutzen. Unsere Strategie basiert auf einer ausgewogenen Kombination aus Magazinen, Webportalen, Newsletter-Marketing und Social Media – mit hundert Prozent Fokus auf angehende Hochzeitspaare, denn schließlich gestalten sie ihren besonderen Tag selbst.

Wie würden Sie die Strategie bezeichnen?

„Ganz einfach ‚What you see is what you get‘. Wir zeigen ausschließlich Produkte, die in unseren Märkten erhältlich sind. Unser Wedding Guide ist mit mehr als 40.000 Hochzeitsspezialisten aus allen möglichen Branchen gefüllt. Brandstories bieten einen tiefen Einblick in die Visionen der Dienstleister und zeigen, was sie den Brautpaaren zu bieten haben.“

Welche Strategien verfolgen Sie mit Blick auf neue Technologien?

„Zum Teil entwickelt sich die Technologie schneller als der Mensch ihr folgen kann – doch unser Beruf dreht sich um Menschen. Deshalb setzen wir Technologie immer mit einem menschlichen Maßstab ein. Künstliche Intelligenz (KI) nutzen wir beispielsweise seit ihrer Verfügbarkeit vor allem, um unsere Content CreatorInnen dabei zu unterstützen, relevante Themen für Brautpaare mit dem passenden Tone of Voice aufzubereiten. Die Vielzahl an Online-Möglichkeiten unterstreicht gleichzeitig die Stärke von Magazinen: Sie bieten Tiefe, Ruhe, Raum für die eigene Planung und helfen dabei, gemeinsam mit dem Partner Entscheidungen zu treffen. Während in sozialen Medien oft nur Sekunden Aufmerksamkeit bleiben, nehmen sich Brautpaare für Magazine bewusst Zeit. Jedes Medienformat erfüllt eine andere Funktion in der Hochzeitsvorbereitung. Eines ist sicher: Als Werbepartner in unseren Medien erreichen Sie genau die angehenden Brautpaare, die mitten in der Planung stecken und damit diejenigen, die alle wichtigen Entscheidungen treffen.“

Im digitalen Raum haben es Marken nicht immer einfach, zwischen Social-Media-Inhalten und KI-Ergebnissen eigene Inhalte zu platzieren. Wie gehen Sie damit um?

„Wenn man den Suchbegriff ‚Brautkleid‘ in Google.de eingibt, erscheinen über 15 Millionen Ergebnisse – eine schier unüberschaubare Menge. Zudem stehen die Anbieter, die viel Geld für Werbung auf Google ausgeben, ganz oben. SEO, SEA und Website-Optimierung sind essenziell, um in den Suchmaschinen sichtbar zu bleiben – und dabei keine KI-generierten Texte zu verwenden, die sofort als solche erkennbar sind. Da wir auf Hochzeiten spezialisiert sind und einzigartige Inhalte zu allen Interessensgebieten angehender Brautpaare erstellen, ist das für uns zwar etwas einfacher – aber dennoch ein enormer Aufwand. Unsere Portale werden von unseren Content CreatorInnen und Werbepartnern ausschließlich mit relevanten Informationen für Hochzeitspaare gefüllt. Dadurch wird die Suche für Brautpaare nicht nur einfacher, sondern sie finden gezielt genau die Inhalte, die wirklich für sie von Bedeutung sind.“

Was ist in Ihrer Sicht entscheidend, damit die Marke Braut & Bräutigam auch in Zukunft für Hochzeitspaare und Hochzeitsmodenindustrie wichtig bleibt?

„Wir arbeiten mit Herz und Leidenschaft für die Brautpaare – jeden Tag. Wir sammeln nicht einfach nur eine Vielzahl an Informationen, sondern erschaffen kontinuierlich neue Inhalte für Brautpaare – immer relevant, immer zeitgemäß und im Einklang mit aktuellen Trends. Eine Suchmaschine interessiert es nicht, warum jemand eine Frage stellt. Doch bei Braut & Bräutigam übernehmen wir täglich die Verantwortung, Inhalte zu veröffentlichen, die Brautpaare wirklich unterstützen, um ihren Hochzeitstag zu einem ganz besonderen Erlebnis zu machen. Das ist es, was uns wirklich am Herzen liegt.“

Welche Perspektiven haben die Printmagazine Braut & Bräutigam?

„Magazine haben als Teil eines multimedialen Ansatzes eine vielversprechende Zukunft. Eine große Medienstudie in westlichen Ländern hat kürzlich gezeigt, dass junge Menschen im Alter von 18 bis 24 Jahren mittlerweile mehr Zeitschriften kaufen als Menschen über 60 – und das aus drei Gründen: Ruhe, Konzentration und Glaubwürdigkeit. Braut & Bräutigam ist eine spezialisierte Marke mit hoher Bekanntheit und steht für umsetzbare Inhalte, die Brautpaare bei der Planung eines unvergesslichen Hochzeitstags inspirieren. Mit der Unterstützung spezialisierter Anbieter begleiten wir Brautpaare in der entscheidenden Phase ihres Lebens – genau dann, wenn unsere Inhalte für sie relevant sind.“

Was treibt Sie persönlich an und motiviert Sie?

„Ich bin ein bisschen verrückt. Vor allem aber liebe ich die Verantwortung, für Brautpaare relevante Medien zu gestalten. Uns geht es nicht um Quantität, sondern um Qualität – mit vielen Facetten, großer Vielfalt und einem internationalen Charakter. Wir haben das Privileg, täglich hochmotivierte Hochzeitsspezialisten zu treffen, die alle bereitstehen, um Brautpaaren zu helfen. Ich habe einfach einen wunderschönen Beruf.“

Rob Klaarenbeek steht lächelnd vor einer Wand voller Layout-Entwürfe für ein Hochzeitsmagazin und diskutiert die Seitenplanung.

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